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Inspiration zum monatlichen Tag der emotionalen Achtsamkeit - neu zum 29. Februar 2020

Autorin: Michaele Kunderman

Im Februar 2020 haben wir in vier Jahren den einzigen Februar-Tag, an dem der monatliche „Tag der emotionalen Achtsamkeit“ wirklich auf den 29. des Monats fällt. Das ist besonders beachtenswert. Mit der beigefügten Geschichte und der kleinen Übung, kannst du dich ab heute für einen Monat lang in Empathie üben:

Ausschnitt Brücke Reichenau 0409 0756Empathie-Banausen

Inspiration zum 29. Februar bis zum 28. März 2020

Eine Geschichte mit einer Übung

In einem Seminar mit Redner-Kollegen sitzt eine Kollegin zwischen zwei Teilnehmern.
Das Speaking-Thema des einen ist „Besser verkaufen“ – das Thema des anderen ist „Spitzenleistungen erbringen“.

Wir machen eine kreative Schreibübung. Einige sind schnell fertig und haben eine Art Übungspause. Dann beobachte ich, wie die Kollegin sie nutzt, indem sie ihre Nachbarn fragt, welche Ideen sie hatten. Zuerst fragt sie den zu ihrer Linken, was er entwickelt hat. Voller Stolz erzählt er es ihr. Dann fragt sie den zur Rechten und voller Überzeugung erläutert auch dieser ihr seine Ideen. Kein Zweifel – die Herren brüsten sich für ihre Ideen und ihre Tätigkeit. Sie fühlen sich sichtlich wohl dabei.
Die Kollegin hört interessiert zu. Dann . . . ist das Gespräch zuende.

Was wäre nun von den beiden Herren emotional intelligent gewesen?
Die Kollegin hat ihnen Aufmerksamkeit und Interesse entgegengebracht. Doch sie interessierten sich nicht dafür, welche Geschichte bei ihr aus der Übung entstanden ist. Sie genossen ihre Aufmerksamkeit, aber gaben nichts zurück. Das ist ein klares Signal: „Du bist mir nicht wichtig, daher verschwende ich auch keine Energie an dich durch Interesse.“ Es hört sich vielleicht hart an und beiden war es sicher nicht bewusst. Doch das ist eine nonverbale Botschaft ihres Verhaltens.

In der Pause im Foyer erlebe ich selbst eine ähnliche Situation. Ich spreche angeregt mit einem Mann und einer Frau über ihre Themen und Motivationen. Der Mann ist sehr angetan, von dem, was er in diesem inspirierten Moment selbst gesagt hat. Die Frau allerdings fragt auch mich interessiert zum gleichen Thema. Wie gut sich das anfühlt, wenn sich jemand für dich interessiert! Wenn Menschen nicht nur Energie nehmen, sondern auch geben.

Emotional intelligenter ist es, sich für Menschen und ihre Lebensfacetten zu interessieren. Wer sich für Sie aus dem Herzen heraus interessiert, der zeigt Ihnen aufrichtig, dass Sie ihm wichtig sind. Es ist ein verborgenes Grundbedürfnis des Menschen, wichtig und bedeutungsvoll zu sein. Erfülle es, und du hast einen Menschen gewonnen. Wenn du aufgrund deiner Interessenlage oder sogar Vorannahmen nicht sogleich Interesse ausdrücken kannst, dann suche nach etwas, was dich an der Andersartigkeit dieses Menschen fasziniert. Du wirst bestimmt fündig.

Wer bleibt uns in emotionaler Erinnerung? Wer von unseren Gesprächspartnern ist uns vermutlich am sympathischsten? Natürlich die Personen, die sich aus dem Herzen heraus für uns interessiert haben.

Wahrhaftiges Interesse durch Fragen (ohne Hintergedanken) signalisiert dem anderen: „Du bist mir wichtig oder was du zu sagen hast, ist mir wichtig.“

Sympathisch finden wir eher die Menschen, denen wir wichtig sind.

Übung:
1. Wenn du mit einer Gruppe von Menschen zusammen bist, besonders mit denen, die du schon kennst und die schon eine mentale Schublade bei dir besetzen, picke dir still jemanden heraus und gehe in die Beobachterposition.


2. Vorher zentriere dich für einige Atemzüge, indem du deinen eigenen Körper bewusst wahrnimmst. Dann frage deine Emotionen im Solar Plexus, wie es ihnen gerade geht. Nimmt nur wahr, ohne zu bewerten. Tue was immer dir gut tut, um dich selbst zu spüren. Du kannst auch eine Weile die Fingerspitzen aufeinander legen (wie die Merkelraute).


3. Wenn du dich selbst genügend spürst und dich in dir zentriert fühlst, beginne wohlwollend diese Person wahrzunehmen. Du siehst vielleicht ihre Mimik, ihre Bewegungen, hörst ihre Worte. Spüre mit allen Sinnen hinein, was diese Person gerade gefühlsmäßig ausdrückt – beziehungsweise, was bei dir ankommt. Interessiere dich dafür, was sie nonverbal für deine Wahrnehmung ausstrahlt. Bemerke es nur – bewerte es auf keinen Fall. Vielleicht entdeckst du etwas an diesem Menschen, das du vorher nie wahrgenommen hast.


4. Wetten, dass du mit dieser Übung einen Menschen besser und ihr gerechter wahrnimmst, als wenn du ihr nur oberflächlich begegnest, wie das besonders bei schon bekannten Personen häufig der Fall ist nach dem Motto: „Kenne ich ja schon.“


5. Das befähigt dich dazu, im Gespräch oder Handeln viel besser auf die Person einzugehen, wodurch diese sich geschätzt und wahrgenommen fühlt. Du kannst der Person dann viel eher gerecht werden.


6. Wenn du das häufig übst, wirst du zwischendurch vielleicht zuerst deinem Mangel begegnen, dich in andere hineinzuversetzen. Doch bleibe dran. Du wirst mit jedem Mal besser werden. Damit trainierst du deine Intuition, andere wahrzunehmen und im Miteinander das Richtige zur richtigen Zeit zu sagen oder zu tun.


7. Dein Interesse muss allerdings von Herzen kommen – dann werden andere dich unweigerlich sympathisch finden.

 

Entdeckerfreude und viel Erfolg wünsche ich dir dabei.

 

 

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