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Ethisches Handeln und Selbstliebe

An besagter Tagung wurde viel über Ethik und moralisch richtiges bzw. nicht richtiges Handeln gesprochen. Dabei wurde der kategorische Imperativ von Imanuel Kant („Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde …“) ebenso zitiert wie einige Grundthesen des Utilitarismus (zum Beispiel „das grösste Glück der grössten Zahl“). Die Nachhaltigkeit in der Finanzindustrie als Realität oder Utopie wurde ebenso diskutiert wie die Verantwortung des Staates und der Privatwirtschaft bei der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. Man konnte eine Menge spannender Inputs hören und sich damit auseinandersetzen. Es ging ebenso um gesellschaftliche Analysen und globale Trends wie auch um menschliches Unvermögen und um die Macht des marktwirtschaftlichen Denkens, das unser ganzes Leben beeinflusst. Wie können wir eine Entkoppelung von wirtschaftlichem Wachstum und Ressourcenverschwendung wirklich erreichen oder was müssen wir tun, um den Erdölrausch zu überwinden und nicht mehr auf Kosten künftiger Generationen das Ökosystem unseres Planeten derart aus dem Gleichgewicht zu bringen?

Es gab viele Fragen und einige Versuche, auf diese Fragen ansatzweise Antworten zu finden. Das war zweifellos der gute und wertvolle Teil dieser Veranstaltung. Doch daneben gab es auch etwas, das für mich eindeutig zu kurz gekommen ist. Und zwar ist es die kritische Auseinandersetzung mit einer ganz einfachen Frage – der Frage nämlich, warum wir etwas, das wir grundsätzlich als sinnvoll und gut erachten, letztlich doch nicht tun. Wir wissen zwar in sehr vielen Situationen, worin das ethisch richtige Handeln eigentlich liegen würde, und dann entscheiden wir uns schliesslich nicht selten für ein Verhalten, das unseren ethischen Ansprüchen doch nicht wirklich zu genügen vermag. Entweder geben wir dann der Umwelt und den schwierigen Rahmenbedingungen die Schuld – etwa unter dem Motto, dass es ja ohnehin nichts bringe und man zuerst in der Politik und in der Wirtschaft ansetzen müsse, bevor man als Einzelperson so viel Mühe auf sich nehme – oder dann trösten wir uns mit einem lockeren Spruch darüber, dass halt niemand perfekt sei und versuchen dabei irgendwie, unser latent schlechtes Gewissen im Zaum zu halten oder wieder zu verdrängen.

Warum tun wir das? Warum also ist ethisches Handeln vielleicht doch nicht die natürlichste Sache der Welt?

Ich glaube, dieses Thema hat viel damit zu tun, dass wir eben nicht ausschliesslich rationale, sondern gleichzeitig auch emotionale Wesen sind. Und besonders dort, wo es um die Frage des richtigen oder guten Handelns geht – sei es im Zusammenhang mit Führungsthemen oder eben auch bei Fragen rund um ethisch richtiges Handeln schlechthin – müssen wir uns der Tatsache bewusst sein, dass unser Verhalten immer eine rationale und eine emotionale Komponente hat. Aber was heisst das? Was müssen wir tun, um unser Verhalten in die „richtige Richtung“ zu lenken? Was müssen wir tun, um gute Menschen zu werden? Genau an diesem Punkt plädiere ich für eine radikale Abkehr vom herkömmlichen Denken, das uns zwar allen bestens vertraut ist, uns aber immer wieder in eine falsche Richtung führt. Mit „herkömmlichem Denken“ meine ich in erster Linie den Leitsatz, dass es besser ist, an das Wohl unserer Mitmenschen zu denken als an uns selbst oder auch, dass wir unseren Egoismus erst einmal überwinden müssen und die Welt erst dann besser werden kann. Rein von der Sache her mag dieser Gedanke zwar richtig sein, aber in der Umsetzung funktioniert er leider nicht. Denn unsere Emotionen spielen uns dabei immer wieder einen Streich. Die 150 formulierten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung sind zwar sicher gut gemeint, aber wir werden sie nicht umsetzen können, solange wir so tun, als wären wir Menschen tatsächlich in der Lage, rein rational zu funktionieren. Was also können wir tun? Worin besteht denn nun der „neue Denkansatz“?

Ich plädiere dafür, dass wir endlich lernen, unsere Gefühle ebenso ernst zu nehmen wie unseren Verstand. Das bedeutet auch, dass wir zunächst zu uns selbst gut sein müssen, bevor wir zu andern Menschen und zur Umwelt gut sein können. Erst dann kann ethisches Handeln zu einer wirklichen Herzensangelegenheit werden, die nicht einer anstrengenden Pflichtübung gleicht, sondern sich ganz natürlich und ohne besondere Mühe ergibt und sich fast automatisch ausbreitet. Erst dann, wenn wir uns nicht mehr aus schlechtem Gewissen, aus Scham oder gar aus Angst vor Bestrafung für ethisches Handeln entscheiden, sondern einfach aus einem inneren Bedürfnis heraus, wird Ethik eine nachhaltige Wirkung entfalten. Doch dafür müssen wir die von unserem Intellekt als richtig erachteten Handlungsmaximen erst einmal in unsere ganze Persönlichkeit integrieren. Und dazu gehört eben auch unsere emotionale Welt. Wir müssen eins werden mit dem, was wir als richtig erachten. Erst dann wird die Ethik eine Kraft entwickeln, die etwas bewirken kann.

Wir werden dann vielleicht nicht mehr so oft über die Notwendigkeit von ethischem Handeln sprechen, sondern uns einfach ethisch verhalten. Und es wird mit Bestimmtheit nicht so anstrengend sein wie es den Anschein machte bei zahlreichen, zweifellos gut gemeinten Referaten, die an oben erwähntem Ethik-Forum gehalten worden sind.

Und mit der Führung verhält es sich meines Erachtens genau gleich – dies vielleicht als Antwort an den eingangs erwähnten Unternehmer, der diese Frage gestellt hat. Erst wenn wir sowohl auf einer rationalen als auch auf einer emotionalen Ebene gelernt haben, uns selbst auf eine gute Art zu führen, sind wir in der Lage, dies auch in unserem beruflichen Führungsalltag umzusetzen. Wirklich funktionieren kann nur das, was wir in unsere ganze Persönlichkeit integriert haben. Und dies geschieht eben nicht allein im Kopf.
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Emotionale Kompetenz

Die Einschätzung vieler Menschen heutzutage ist, dass die Weltsituation äußerst fragil ist und dass es nur eines (geringen) Anlasses bedarf, um einen Domino-Effekt zu erzeugen, in dem alle Krisen der Erde in einem globalen Desaster münden.

Was können wir tun? Sind wir hilflos, dem Spiel der (globalen) Unwägbarkeiten ausgeliefert?

An die Schalthebel der Macht werden wir nicht gelangen, um unsere Vorstellungen von Konfliktlösungen zu implementieren, aber ist das überhaupt notwendig?

Gemäß des afrikanischen Sprichwortes: Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern

Als erstes und wichtigstes können wir anfangen, den Umgang mit unseren Emotionen zu lernen. Wenn das nämlich alle tun würden, kehrte Frieden ein. Denn, wenn wir ehrlich sind: Treiber des weltpolitischen Geschehens sind im Wesentlichen Emotionen von Hass, Neid, Missgunst, Eifersucht. Die im globalen Ganzen die Macht ausüben, tun das genauso, wie jeder Mensch, der von Emotionen getrieben ist. Bei den Mächtigen besteht halt nur das Risiko für die Auslösung eines Weltenbrandes.

Wenn wir uns also bewusst machen könnten, dass es nur eine Rasse gibt: „Mensch“, wieso müssen wir dann so viele Gegensätze im Miteinander produzieren, die sich mit den genannten Emotionen hochschaukeln, zu Konflikten, Attentaten, Terrorismus, Kriegen?

Es braucht beim Einzelnen nur eine Umkehr der Wahrnehmung vom außen nach innen. Alles, was wir im Außen erleben, das reflektieren und bewerten wir. Ohne die Umkehr der Wahrnehmung nach innen, wird das Außen in uns Angst erzeugen, und ohne die Umkehr der Wahrnehmung nach innen wird die Angst besagte Emotionen erzeugen. Den Teufelskreis durchbrechen wir, wenn wir uns unserer Bedürftigkeit bewusst werden, wenn wir (an-)erkennen können, dass wir verletzt sind.

Bedürftigkeit und Verletzungen sind in unserer Biografie entstanden und bilden heute die Geschichte in uns. Diese Geschichte trägt dazu bei, dass wir aus der Welt, wie sie ist, ein Zerrbild entstehen lassen. Ohne die Wahrnehmung nach innen, werden wir die durch das Zerrbild entstandenen Energien abreagieren müssen. Wie reagieren wir uns ab? Genau, mit der Erzeugung von Emotionen, die somit nichts anderes sind als Projektionen unserer Bedürftigkeit und Verletzungen.

Wie gelangen wir denn nach innen? Entscheidend ist, dass wir uns der Haltung entledigen, dass wir ein Opfer des Geschehens sind. Wenn wir auf die Menschen der Welt schauen, werden wir immer welche sehen, denen es besser und welche, denen es schlechter geht als uns. Wenn wir aufhören, uns als Bewertungs-/Maß zu nehmen, sondern erkennen können, dass jede(r) in dieser Welt sein Päckchen oder gar Paket zu tragen hat, dann haben wir den ersten Schritt nach innen getan.

Als zweiten Schritt gilt es anzuerkennen, dass wir unsere Geschichte haben. Dass diese Geschichte nicht gut und nicht schlecht ist, sondern so ist, wie sie ist. Damit nehmen wir unserer Geschichte die Schwere und damit die einhergehende Last, die wir glauben, schultern zu müssen. Es gilt, von uns anzuerkennen, dass das was wir erlebt haben, nicht leicht war, möglicherweise verbunden mit erlittener Willkür und Gewalt. Dass, wenn wir daran denken, wieder an den damit verbundenen Schmerz kommen, den wir auch heute glauben, nicht aushalten zu können. Wenn wir dort angelangt sind, was brauchen wir dann?

Genau das, was uns in der erlittenen Situation gefehlt hatte:

- gesehen zu werden
- in den Arm genommen zu werden
- Trost zu finden
- sich ausweinen zu können
- dass jemand da ist, der uns einfach nur lieb hat.

Dort angelangt, kommen wir zum dritten Schritt nach innen: Da wir ja gewohnt waren, die Hilfe im Außen zu suchen, und darüber (fast) verzweifelt sind, weil u.a. keine Mutter, kein Vater, kein Staat dazu in der Lage war, uns die Hilfe zu geben, gibt es auch nur einen Menschen, der uns da helfen kann: Wir uns selbst.

Hier haben wir nun eine Schwelle zu überwinden. Denn unser Verstand mit all seinen Gedanken produziert schließlich die Emotionen, die uns das Leben so schwer machen, ihn gilt es nun zu befrieden. Wir verbinden uns stattdessen mit unserem Herzen. Wir nehmen unseren Herzschlag wahr und kommen in die Ruhe. Es braucht zugebenermaßen einige Zeit an Übung. Wenn wir aber bedenken, dass wir für alles, was wir können, Übung benötigten, um es auszuüben, sollte es uns letztlich gelingen. Des Weiteren achten wir auf unseren Atem, öffnen unser Herz und entwickeln so das Mitgefühl für uns und unsere Geschichte.

Herzlich willkommen im Innen. Wie alles auf der Welt, es braucht den ersten Schritt, um sich auf die Reise zu begeben.

Wenn viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die Schritte nach innen gehen, dann können sie nicht nur, dann werden sie das Gesicht der Welt verändern.

Mehr Informationen und Übungen zur Erlangung emotionaler Kompetenz, auf:

emotionstag.com
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Dunkelsehen - Immerschlimmerisieren oder Faktivismus?

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Dunkelsehen - Immerschlimmerisieren

oder Faktivismus?

Alles eine Frage der Brille?

Übertreiben, dramatisieren, zuspitzen, skandalisieren - unsere überspannten Nervensysteme fallen seit Jahren darauf rein. Ginge es um Berichte aus dem sowjetischen Gulag, einem Konzentrationslager oder einer IS-Hochburg – dann würden uns sogar die Superlative der Bedrohung fehlen, um sie zu beschreiben.

Aber jetzt im Wohlstand, wo niemand mehr verhungern muss in unseren westlichen Demokratien, wo ich als normaler Bürger mehr Wohlstand, Gesundheit und Bildung habe als die Könige im Mittelalter? Wo ich viel mehr Pferde(-stärken) vor meinem Karren habe, keine Armee brauche, um sicher vor die Tür zu gehen – da werden die Unkenrufe immer lauter, dass Deutschland vor dem Untergang steht. Ganze Parteien leben davon. Was ist nur los mit uns?

Seit Sicherheit und der Wohlstand ausgebrochen sind, verschieben wir unsere Maßstäbe für das, was wir als bedrohlich finden, weiß die Kognitionspsychologie. Zeigt man Menschen immer weniger dramatische Bilder, fangen sie an, selbst in normalen Bildern Bedrohungen wahrzunehmen. Es findet eine Wahrnehmungsverschiebung statt. Das veröffentlichten im Juni 2018 Psychologen um David Levari und Daniel Gilbert (Harvard University).

Das scheint ein altes Phänomen zu sein. Aus dem alten Babylon wird diese Befürchtung überliefert: „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“ (Keilschrifttext, Chaldäa, um 2000 v. Chr.). Zu allen Zeiten gab es solche Klagen. Wäre die Jugend seitdem immer schlechter geworden, hätten wir es inzwischen mit Monstern zu tun.

Gefühlt glauben die meisten, dass die Jugendkriminalität in den letzten Jahren gestiegen ist – tatsächlich ist sie gesunken. Zwischen 1998 und 2008 hat sich die Zahl der jugendlichen Verdachtsfälle für eine Gewalttat mehr als halbiert. Es wird nur mehr darüber berichtet.

Gefühlt glauben viele, dass Migranten Deutschland unsicherer gemacht haben. Zwei ähnliche Taten, von denen keine zu entschuldigen ist, werden unterschiedlich dramatisch wahrgenommen. Die jugendlichen Flüchtlinge, die in Amberg Ende Dezember 2018 Menschen verprügelt haben, werden bedrohlicher wahrgenommen, als der Deutsche, der in Bottrop und Essen fast zeitgleich am 02. Januar 2019 mehrfach absichtlich in Menschenmengen mit Flüchtlingen gefahren ist. Er wird schnell als psychotisch entschuldigt. Doch die jugendlichen Flüchtlinge, die wir monatelang zur Tatenlosigkeit verdammen, die nicht einmal Deutsch lernen dürfen, so lange sie kein Asyl oder Duldung haben, die nicht wissen, wohin mit ihrem Testosteron – die sind offenbar das größere Drama.

Tatsächlich ist die Kriminalität in deutschen Städten mit dem höchsten Migrantenanteil zurückgegangen von -2,8 % (Duisburg) bis zu -11,4 % (Stuttgart). In Städten mit geringem Migrantenanteil dagegen ist sie gestiegen von +3,7 % (Dresden) bis +20,4 % Leipzig. (Walter Wüllenweber „Frohe Botschaft“ DVA 2018)

Der Schwede Hans Rosling war ein Kämpfer für die Recherche von globalen Fakten und nannte sich „Faktivist“. Er wurde verschrien als „Optimist“. Aber er wollte sich weder als Optimist noch als Pessimist sehen – das seien Ideologien.

Unser Stress-Modus ist darauf programmiert, reflexartig Bedrohungen wahrzunehmen, damit der Mensch als Fluchttier auf der Hut sein kann. Nach einer teils grausamen Menschheits-Geschichte hat er wahrhaft genügend Grund dazu. Schließlich ist es die Aufgabe des Stress-Modus, unser Überleben zu sichern und wie ein gespannter Bogen unsere Welt nach Bedrohungen abzuscannen, um den Rettungspfeil schnell abschießen zu können. Sein evolutionäres Programm läuft so geschmiert und rasant, dass Wohlbefinden, Zuversicht, Wohlstand, Sicherheit vielleicht gar nicht darin vorgesehen ist?

Wenn es keine wirklichen Bedrohungen gibt, wird selbst eine schlecht ausgedrückte Zahnpastatube zur Bedrohung.  Sie soll schon Scheidungen verursacht haben.

Der Stress-Modus arbeitet sich heutzutage in unseren Breiten vorwiegend an emotionalen Bedrohungen ab. Doch diese Bedrohungen erschaffen wir uns versehentlich selbst. Die Strategien des Stress-Modus wie kämpfen, fliehen, erstarren helfen uns jedoch nicht, emotionale Bedrohungen zu lösen. Vielleicht geben wir damit dem Stress-Modus nur unbewusst Futter, damit er im friedlichen Wohlstand nicht ins Leere läuft?

Gierig ziehen wir uns Filme hinein, die bedrohliche Situationen bearbeiten und unsere Spiegelneuronen feuern kräftig mit. Ich ertappe mich zwar dabei, mich immer mehr zu langweilen bei diesen Filmen, bei denen reihenweise Menschen umkommen – aber niemand sich um sie schert oder Mitgefühl zeigt. Die Programm-Macher scheinen uns genau zu kennen – die Dramaqueen oder den Dramaking in uns. Für diese machen sie Programm.

Ist unser Gehirn noch nicht daran gewöhnt, dass es keine oder nur wenige Lebens-Bedrohungen gibt? Vermutlich müssen wir lernen, unserem Gehirn beizubringen, dass es Sicherheit und Zuversicht gibt, damit es sich beruhigt.

Vielleicht erfahren wir eine ganz neue neuronale Wirklichkeit, wenn wir die Zuversicht Integrieren? Vielleicht stehen wir an der Schwelle zu einer neuen Zeit, in der unsere Gehirne anders ticken, wenn sie immer mehr auf der neuronalen Zuversichtsautobahn statt auf der Stressautobahn unterwegs zu sein? Eines ist sicher: Um aus dem alten Katastrophenreflex heraus zu kommen, braucht unser Gehirn bewusste Schulung. Wie das funktionieren kann, erfahren Sie in meinem neuen Buch “Emotionale Stresskompetenz – die Kunst der Selbstberuhigung.“

Wenn wir uns einmal bewusst machen, was wir unserem Nervensystem antun, wenn wir es durch emotionalen Stress immer wieder auf sinnlose Stress-Achterbahnfahrten schicken, dann entwickeln wir vielleicht Mitgefühl mit ihm und auch mit uns selbst. Wenn wir uns bewusst machen, dass diese Achterbahnfahrten Lebenskraft kosten – dann ist mein Plädoyer verständlich: Erbarmen für das Nervensystem!

Man kann es kaum besser ausdrücken:

„Mit Hoffnung ertragen Menschen die schreckliste Not.

Ohne Hoffnung ertragen sie nicht einmal den Wohlstand.“

(Aladin El-Mafaalani, Politiker und Anti-Alarmist in NRW)

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Emotionale Bindung von Mitarbeiter*innen

Die jährlich veröffentlichte Gallup Studie weist seit dem Beginn ihrer Veröffentlichung Ende der 90er aus, dass in Deutschland (in anderen westeuropäischen Ländern sieht es auch nicht besser aus) ca. 15 % der Mitarbeiter*innen eine starke Bindung an ihr Unternehmen haben, ca. 70 % Dienst nach Vorschrift leisten und ca. 15 % innerlich gekündigt haben.
Eine wesentliche Ursache dafür wird im Verhalten der Führungskräfte gesehen, die in den meisten Fällen gegenüber ihren Mitarbeiter*innen alles andere als Vorbilder sind.

Es ist zugebenermaßen ein Phänomen unseres Wirtschaftssystems, das auf ein „Höher, schneller, weiter“ angelegt ist und damit einem Ellenbogenverhalten Vorschub leistet. In einem solchen Klima kann nur schwer nachhaltiges Vertrauen entstehen. Allzu gerne wird in Motivationsreden von Führungskräften der Teamgeist, das Wir Gefühl, der Kooperationsgedanke beschworen, wenn es aber darauf ankommt, fühlen sich viele Mitarbeiter*innen bei ihren Problemen allein gelassen. Emotionale Bindung kann dann entstehen, wenn Werte wie Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitbestimmung nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt werden.

Wie kann das erzeugt werden?
An erster Stelle steht die Achtsamkeit. Hier kommt den Führungskräften die erste wichtige Verantwortung zu, dass sie in ihren Worten, Emotionen und Handlungen authentisch sind. Das gelingt ihnen dadurch am besten, wenn sie im Gewahrsein mit sich selbst sind. Denn erst in der Beziehung zu sich selbst, sind wir in der Lage „gesunde“ Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen. Das öffnet die Tür zum Herzen. Als Führungskräfte nehmen wir uns und unsere Mitarbeiter*innen nicht mehr nur sachlich wahr, sozusagen als Mittel zum Zweck zur Erfüllung unserer Aufgaben und Ziele, sondern ganzheitlich als Menschen.
Mit einer solchen Pflege von Beziehungen gehen noch weitere positive Effekte mit einher. Mit dem Blick der Achtsamkeit auf uns selbst gerichtet, sorgen wir als Führungskräfte für eine harmonische Worklife-Balance, wir wissen mit Stress umzugehen, schaffen Sicherheit in der Kommunikation, begegnen uns und den Mitarbeiter*innen in Augenhöhe, kurz wir werden bewusst/unbewusst als Vorbilder wahrgenommen. Dazu kommt das freundliche Wort, das Lächeln so mal zwischendurch, deren Wirkung nicht auf sich warten lässt.

Was durch Seminare und Workshops in Sachen Personalführung angestoßen wird, gelingt auf Dauer durch ein Umdenken im Umgang mit sich selbst und anderen. Wann sollte damit begonnen werden? Wozu warten? Am besten gleich damit beginnen!


Spielerische Anregungen dazu:
- Wer ist der in Ihrem Leben wichtigste Mensch?
- Schauen Sie in den Spiegel und werden sich Ihrer selbst gewahr. Da ist der Mensch und wartet auf (Selbst-)Annahme und     (Selbst-)Akzeptanz.
- Wer schenkt Ihnen ihr/bzw. sein schönstes Lächeln?
- Schauen Sie sich (im Spiegel) in die Augen, verharren Sie ein paar Augenblicke, Sekunden, Minuten. So lange bis Ihr Blick bei Ihrem Herzen angekommen ist. In dem Moment, wenn das geschieht, erscheint dieses unwillkürliche, nicht aufhaltbare Zucken um Ihre Mundwinkel und Sie können gar nicht anders, Sie müssen lächeln.
- Wann sollte während der Arbeit eine Pause eingelegt werden? In dem Moment, wenn Ihnen bewusst wird, „ich bräuchte mal eine Pause“ und dass Sie dann diesem Moment die höchste Priorität einräumen.

Viel Glück und Erfolg!

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Emotionale Fragen um den Jahreswechsel

Advent, Heiliger Abend, Weihnachtsfesttage – Tage voller Emotionen
200 Jahre „Stille Nacht-Heilige Nacht“ am 24. Dezember in der Christmette
Sylvester – ein Tag vielfältiger Emotionen
Neujahr – 24 Stunden intensiv erlebter Emotionen

Sind dies Tage der emotionalen Achtsamkeit oder lernen wir bewusst an diesen Tagen die emotionale Achtsamkeit neu?

Haben die Basisemotionen Angst, Ärger, Ekel, Trauer, Freude, Überraschung nach Paul Ekman an diesen Tagen Hochkonjunktur?

Hinhören oder zuhören oder weghören bei den unterschiedlichen Emotions-Botschaften?

Alles hat perfekt zu sein – nach wessen emotionaler Vorstellung?

Wollen und können wir die kleinen emotionalen Töne wahrnehmen?

Zielorientiertes Vorgehen – nach wessen emotionaler Entscheidung?

Keine Zeit lädt mehr ein über Emotionen und Achtsamkeit nachzudenken - oder gibt es für sie eine andere Zeit, als die Zeit im Dezember, als die Zeit im Advent, an Weihnachten, zwischen den Jahren, um den Jahreswechsel und Neujahr?

Abschied und Neubeginn - wann, wo, wie, wer, was, ... - findet dieser Wechsel nicht täglich statt?

Für das Jahr 2019 wünsche ich Ihnen Begeisterung, Freude, Mut, Tatkraft, Verantwortung und Vertrauen in all Ihrem emotionalen und achtsamen Tun!

Ihr Matthias Reithmann


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"Dem Geist...

"Dem Geist wohnt die Fähigkeit inne, sich selbst zu beobachten... Man kann seine Gedanken beobachten, starke Emotionen eingeschlossen, wenn man mit dem Aspekt der reinen Achtsamkeit arbeitet, die nicht mit den Gedankeninhalten verknüpft ist."
Matthieu Ricard
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Vom Wohlbehagen bei einer eiskalten Dusche

Saunierst du manchmal? Wie geht es dir, wenn der Teil der eiskalten Dusche kommt? „Brrr – schnell Augen zu und durch!“ - so geht es mir jedenfalls. Ich gehe automatisch in den Widerstand und mein Unterbewusstes erwartet etwas Gefährliches.

Eines Tages bin ich beim kalten Saunaduschen in experimentierfreudiger Stimmung. Ich frage mich, wie es mir geht, wenn ich den bisherigen Gedanken ändere? Daraufhin denke und sage ich bei der nächsten eiskalten Dusche: „Das ist wundervoll, wundervoll, wie schön, wie wundervoll.“

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Stolperstein Perfektionismus - Erfolg im Unendlichen?

Ein junger Mann (35) wird mit seinem Studium nicht fertig. Seine Umgebung ist am Rande der Verzweiflung. Er braucht wochenlang, um eine Bewerbung für ein Praktikum fertig zu stellen. Der Papierkorb füllt sich mit verworfenen Entwürfen. Sein Selbstwertgefühl ist auf dem Tiefpunkt. Nichts ist ihm gut genug – es könnte immer noch besser sein. Also wird er nie fertig. Jede Bemühung wird zu erschöpfender Anstrengung, weil er unbewusst fühlt, dass es ihm nie gelingen wird, den übergroßen Berg der Perfektion zu bezwingen. Doch so lange er glaubt, nicht gut genug zu sein und seinen Wert beweisen zu müssen, solange er diese Idee nicht loslässt, wird er wie Sisyphos schuften müssen.

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Willst du Spaß - suche die Extra-Meile - Abenteuer und Zufriedenheit wartet jenseits der Komfortzone

Die Tomaten-Weisheit

Dieses Jahr sind meine Tomaten besonders gut gewachsen. Die letzten werden gerade rot und dabei entdecke ich die Tomate auf dem Foto oben. Sie hat scheinbar einen Kopf. Das inspiriert mich. Es ist als hätte sie beim Wachsen kurz vor dem Abschluss gedacht: „Och, da geht noch was.“ Sie hat noch einen drauf gesetzt.

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Das „Ja - aber“-Syndrom

Hat Sie das „Ja-aber“-Syndrom schon einmal zur Weißglut getrieben? Aus gutem Grund, denn es schafft eine Blockade, an der man sich die Zähne ausbeißen könnte.
„Ja-aber“ radiert einfach weg, was ein Gesprächspartner gerade gesagt hat. Das führt beim Gegenüber zu einem Gefühl der Zurückweisung und es verhindert neue Lösungen.

Wenn Ihnen das „Ja-aber“ auf der Zunge liegt:

  • Ersetzen Sie „Ja-aber“ durch „und“. Damit signalisieren Sie, dass Sie respektvoll stehen lassen, was Ihr Gegenüber sagt. Sie stellen einfach eine weitere Information, einen weiteren Blickwinkel daneben.
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Dankbarkeit - ein Heilmittel

„Dankbarkeit ist eine Krankheit, an der Hunde leiden.“ Was löst dieses abfällige Zitat von Josef Stalin in Ihnen aus? Was macht es mit Ihren Werten?
Tatsächlich ist unser Umgang mit Dankbarkeit zwiespältig. Manche vermeiden Dankbarkeit, weil sie glauben, dass dies uneingeschränkte Zustimmung zu etwas bedeutet. Denn was kann nicht immer noch besser sein? In einer Talkshow höre ich wie eine Frau sich echauffiert: „Warum sollte ich meiner Krankenkasse dafür dankbar sein, dass sie mir die Heilungskosten bezahlt? Schließlich zahle ich dort etwas ein und die machen nur ihren Job.“ Über diese Aussage denke ich lange nach. Irgendetwas daran stört mich.

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